Bis Ende 2011 verschwinden Notrufsäulen an Straßen

Bis Ende 2011 verschwinden Notrufsäulen an Straßen


News DresdenBis zum Jahresende sollen die Notrufsäulen an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in Sachsen verschwinden, teilte die Björn-Steiger-Stiftung in Stuttgart mit. Die Notrufsäulen ließen sich schlicht und einfach nur mehr finanzieren, denn die Handynutzung sowie die nun mögliche Ortung von Mobiltelefonen haben die Säulen zunehmend überflüssig gemacht, hieß es als Begründung. Nach Information der Stiftung gibt es bundesweit noch ca. 2.000 dieser Säulen. In Sachsen befinden sich derzeit noch 68.
Stiftungs-Sprecherin Melanie Storch erklärte, das die Kosten für Wartung und Telefongebühren am Ende einfach zu hoch waren. Seit den 1990er Jahren haben zudem der Vandalismus immer mehr zugenommen, sodass in den letzten Jahren schon mutwillig zerstörte Anlagen nicht mehr ersetzt werden konnten. Durch die Stiftung waren in ganz Deutschland 1971 mehr als 7.000 Notruftelefone installiert worden. Die Organisation musste eigenen Angaben zufolge jedes Jahr mehr als zwei Millionen Euro an Telefongebühren und Wartungskosten für die Anlagen aufbringen. Das Ende der Säulen ist jetzt beschlossene Sache. Die Telefone wurden im Durchschnitt vor fünf Jahren 1,6 Mal jährlich genutzt. Inzwischen sei dieser Wert deutlich gesunken, erklärte Storch. Es würden nicht mal mehr aktuelle Zahlen erhoben. Im Jahre 1969 wurde die Björn-Steiger-Stiftung von den Eltern eines Jungen gegründet, der kurz zuvor nach einem Verkehrsunfall gestorben war. Damals waren die Rettungskräfte erst eine Stunde nach dem Notruf am Unglücksort gewesen. Die Stiftung soll aber nicht aufgelöst werden, denn sie arbeitet an dem Aufbau eines Ortungssystems für Handys, um die Hilfezeiten weiterhin verkürzen zu können. Finanziert wird die Stiftung durch Sponsoren, Spendengelder und Bußgeldzuweisungen von Gerichten.
Doch das bedeutet noch nicht das komplette Aus der Notrufsäulen, denn nicht von dem Abbau betroffen sind die derzeit ca. 16.000 Notrufsäulen an den deutschen Autobahnen. Für sie in der Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) zuständig. In den letzten fünf Jahren ist ihre Zahl sogar um rund zehn Prozent gestiegen, teilte der Verband mit. Allein in Sachsen gibt es an Autobahnen zur Zeit rund 539 solcher Notrufsäulen.
Überrascht vom Abbau der Notrufsäulen zeigte sich Christoph Hecht, Verkehrsexperte des ADAC. Allerdings sieht er darin auch kein Sicherheitsrisiko, denn auch ihm ist klar, dass auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen die Notrufsäulen heute kaum noch genutzt werden.
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