Johann-Adolf Cohausz besucht 36.000 Euro teure Medienschulung
Für Empörung in der Opposition sorgte ein mehrere zehntausend Euro teures Medientraining für Sachsens Regierungssprecher Johann-Adolf Cohausz. Wie ein Sprecher der Staatskanzlei am Donnerstag mitteilte, kostet die Schulung insgesamt 36.000 Euro. Diese hohen Kosten wurden von SPD und Grüne im sächsischen Landtag als "völlig unangemessen" und "nicht akzeptabel" bezeichnet.
Umstritten ist die acht Tage umfassende Schulung laut der "Leipziger Volkszeitung" (Donnerstagausgabe) auch in der schwarz-gelben Koalition. Vize-Regierungssprecherin Sandra Jäschke sprach aber von einem "absolut üblichen Preis". Kritik gab es auch von SPD-Fraktionsvorsitzenden Martin Dulig. Er erklärte, dass es "ein Armutszeugnis sei, dass ein Regierungssprecher zuerst ein Medientraining absolvieren muss, bevor er arbeitsfähig ist". Die hohen Kosten seien ein Schlag ins Gesicht aller Bürger im Freistaat. Gerade auch im Hinblick auf die Haushaltskürzungen, von denen viele Mitbürger betroffen sind. Der Doppelhaushalt war Ende 2010 für dieses und kommendes Jahr verabschiedet worden und sieht Einsparungen von einer Milliarde Euro pro Jahr vor. Inzwischen wurde der Regierungssprecher von Dulig aufgefordert, "einen angemessenen Teil der Summe" zurückzuzahlen. Es sei in Sachsen üblich, dass Mitarbeiter ihre Weiterbildung selbst zahlten. Zudem wurde eine Stellungnahme von Ministerpräsident Tillich gefordert.
Eva Jähnigen, Innenexpertin der Landtags-Grünen, warf der Landesregierung vor, sich nicht an die Sparvorgaben zu halten, was weder bürgernah noch glaubwürdig sei. Zugleich verwies sie auf das Recht der Bürger zu erfahren, um was es in einem solchen Medientraining überhaupt geht und wie die Kosten zu rechtfertigten sind. Jähnigen sagte weiter, dass die Landesregierung besser solche hohe Posten mit Mitarbeitern besetzen sollte, die die Grundlagen ihrer Arbeit beherrschen.
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