Forscher erfinden extrem belastbare Holz-Rohre
Diese Erfindung wird den Umgang mit Holz völlig auf den Kopf stellen, denn Forschern in Dresden ist es gelungen, Holz zu formen. Bislang galt Holz als wichtiger aber dennoch nur statischer Werkstoff. Durch die Arbeit der Forscher der Technischen Universität Dresden aber kann man nun aus Holzplatten Rohre herstellen. Nach eigenen Informationen sind diese Holz-Rohre nicht nur so stabil wie Beton, sondern sind auch in der Produktion überaus umweltfreundlich und energiesparend.
Seit nunmehr zehn Jahren arbeiten die Forscher rund um den Inhaber des Lehrstuhls für Ingenieurholzbau und baukonstruktives Entwerfen an der TU Dresden, an diesem Projekt. Nun ist endlich die Methode ausgereift und es konnte ein Patent beantragt werden.
Um aber aus einem Stück Holz ein Rohr herzustellen, müssen mehrere Arbeitsschritte durchlaufen werden. Aus dem Rohholz werden zunächst Vierkanthölzer geschnitten, die bei 140 Grad erwärmt und zusammengepresst werden. Durch dieses Verfahren wird die Luft im Holz, die rund zwei Drittel des Volumens ausmacht, entfernt. Im Anschluss verleimt man die Platten und macht sie mit Hilfe von Wasserdampf verformbar. Damit ist es ganz einfach die Holzplatten in Rohre umzuwandeln.
Ein Holzrohr mit einer Höhe von 2,5 Metern und einem Durchmesser von 30 Zentimetern kann mit einem Gewicht von 60 Tonnen belastet werden. Die Belastbarkeit verdoppelt sich, wird das Rohr mit einer zwei Kilo schweren Carbonschicht verstärkt. Die Forscher wollten sich aber nicht festlegen, wofür das Formholz in Zukunft genutzt werden kann. Denkbar sind viele Bereiche, in denen bislang ganz andere Werkstoffe eingesetzt werden und man bisher gar nicht daran dachte, nach Alternativen zu forschen. So könnten große Photovoltaikanlagen von Formholzrohren getragen werden oder Windkraftanlage aus Holzrohren aufgebaut werden. Diese Möglichkeiten wurden bereits in der Praxis getestet. Nicht nur die Stabilität ist beeindruckend. Bei der Windkraftanlage werden durch das Holz sogar die Geräusche gemindert, die durch die Rotorblätter entstehen.
Die Erfindung aus Dresden stößt bereits jetzt auf großes Interesse beim Bundesverband Säge- und Holzindustrie. Hier hält man diesen neuen Baustoff aus Holz für eine echte Innovation, erklärte der Geschäftsführer des Bereiches Markt & Produkte, Norbert Buddendick. Da das Produkt derzeit aber noch am Anfang der wirtschaftlichen Anwendbarkeit steht, müssen weiter Entwicklungen folgen. So wird zunächst daran gearbeitet, die bislang einige Maschine für die Produktion von Formholzröhren zu erweitern, was bis Ende des Jahres abgeschlossen sein soll. Dennoch ist noch nicht an eine Serienfertigung zu denken. Die Forscher gehen davon aus, dass es noch mindestens zehn Jahre dauern wird, bis die Holzrohre im großen Stil produziert werden können.
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